Leseidee: ART&MUSIC Summer Issue featuring Harland Miller

Fotos: Theresa Senk

Was für eine Überraschung, die Sommer-Ausgabe von ART&MUSIC ist die beste seit langem! Und weil der Sommer noch lang und diese Lektüre teils zeitlos ist, möchte ich sie euch empfehlen. Für alle, die das ART&MUSIC-Magazin der britischen Saatchi Gallery noch nicht kennen: Wie der Name vermuten lässt, ist’s gefüllt mit Künstler-Interviews, Musik- und Ausstellungskritiken. Um Literatur und das schöne Storytelling im Allgemeinen dreht sich die in London produzierte Print-Perle ebenfalls. Und wer hat’s erfunden? Gemma de Cruz (art writer) und David Sheppard (music journalist), die sich natürlich der journalistischen Unabhängigkeit und der furchtlosen Recherche verschrieben haben. Wenn euch die popkulturellen Exemplare von Frieze oder The Face gefallen, sollte euch auch das vierteljährlich erscheinde A&M-Mag überzeugen.

Und was macht die Sommer-Ausgabe so lesenswert? Vielleicht müsst ihr genau wie ich schon beim Vorwort grinsen, weil es euch an eigene Kaufentscheidungen erinnert. Ich skizziere: “You can’t judge a book by the cover” wird da von Bo Diddley zitiert. Im Anschluss folgt die Frage “Which of us (other, perhaps, than those who prefer their literature in homogenous ‘tablet’ form) hasn’t been seduced into buying a novel simply by its alluring jacket artwork?” Also ich habe mich schon dabei erwischt! Kommt allerdings nicht mehr so oft vor, man lernt aus Enttäuschungen. Trotzdem bietet das Cover ein Grundmaß an Orientierung. In der Regel greift man nicht nach Büchern, die einen so gar nicht interessieren.

Apropos Cover. Wie das Cover der aktuellen A&M-Ausgabe zeigt, sind einige Seiten dem britischen Autor Harland Miller gewidmet. Miller ist eigentlich Künstler, hat am Chelsea Art College studiert und war zwischendurch auch Musiker, merkte aber irgendwann, dass ihm das Schreiben leichter fällt. Im Jahr 2000 erschien seine Kult-Novelle “Slow Down Arthur, Stick To Thirty”, die jetzt endlich auf meiner Warteliste steht. “For me it was a book about a person whose imagination couldn’t accept his circumstances”, erklärt Miller im A&M-Interview. Klingt verwirrend, aber auch ziemlich attraktiv. Aktuell ist Miller mit seiner “Penguin Classics-Inspired Art” wieder im Gespräch. Der literarischen Glanzzeit  folgte nämlich die künstlerische; Seit 2002 zählt Miller zu den wichtigsten Young British Artists (YBA). Wenn ihr euch ein näheres Bild von seinem Werk machen wollt, schaut zum Beispiel bei artnet vorbei. Vielleicht gefällt euch dieses Zusammenspiel aus Kunst und Literatur ja genauso gut wie mir?


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