Euphorie & Hysterie: Stereo Total Favoriten

Foto: Jose Maria

Anlässlich ihres neuen  Albums “Cactus Versus Brezel” läuft bei mir seit ein paar Wochen Stereo Total. Zu viel Spaß macht die Musik, als dass ich sie schon wieder beiseite gelegt hätte. Woran das liegt? Françoise Cactus und Brezel Göring entziehen sich noch immer erfolgreich den Konventionen der Musikindustrie. Sie klagen ohne jemals klagend zu klingen. Ihr Humor ist ansteckend. Ihre Frechheit ebenfalls. Die Anzüglichkeit erträglich, der Stilmix sagenhaft. Und, französischer Akzent ist nunmal sexy – auch wenn Françoise meine Mutter sein könnte, sie bleibt eben Für immer 16. Grund genug, euch meine Favoriten mit ein bisschen Euphorie – oder auch Hysterie – vorzustellen.

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Rosinenpicker Pt.2 – mit Gardens & Villa, Icona Pop und Me And My Drummer

Bahn frei für den 2. Rosinenpicker. Keine lange Rede, nur ein Hinweis: Es geht direkt los!

Gardens & Villa – Spacetime: Diese wirklich wohlklingende Band aus Santa Barbara hat “Spacetime” schon letztes Jahr veröffentlicht und verdient gerade deshalb die erste Nummer des 2. Rosinenpickers. Ich behaupte einfach mal, dass mir diese spannende Mischung aus Synthie Pop, Wave und Psychedelic erst jetzt untergekommen ist, weil Gardens & Villa noch Geheimtipp-Charakter haben. Zumindest hierzulande. Ein bisschen. Dieser minimal nach den Stereophonics klingende Song ist neben dem dunklen “Black Hill” auf jeden Fall der Floh ihres Debütalbums.

Icona Pop – I Love It: AUFGEWACHT! “I Love It” ist seit ein paar Tagen mein Sommerhit 2012, entdeckt über einen Freund, dessen Geschmack ich öfter teile. Er bloggt übrigens auch unter One Week // One Band und dem Kürzel HNDRK … Man könnte meinen, bei Icona Pop ist die Sache klar: Dem quicklebendigen Schweden-Duo geht es doch nur um Spaß, Style und Unabhängigkeit. Wir dürfen uns aber Hoffnungen machen, dass Icona Pop alias Caroline Hjelt and Aino Neneh Jawo mehr sind als freche, gleichgültige Fashion-DJs. Und selbst wenn nicht: Unserem Wohlbefinden schadet eine wohl dosierte “I don’t care”-Mentalität sicherlich nicht. Leider gibt es “I Love It” noch nirgends zu kaufen, dafür hier in Endlosschleife zu hören – ohne das lästige 3-Minuten-Repeat.

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It’s A Shame About The Lemonheads

Foto: Theresa Senk

Was? Die Lemonheads spielen in Hamburg im Übel und Gefährlich? Ich dachte, ich lese nicht richtig. Ohne zu überlegen bestellte ich auf den letzten Drücker Karten zum Selbstausdrucken. Ich vergaß meine Maxime, mir keine Bands anzuschauen, die sich schon vor meiner Geburt gegründet und viele Jahre reichlich Crack zu sich genommen haben. Erst kurz vor dem Konzert machte ich mir ernsthaft Gedanken über die Qualität des Abends, schließlich waren die Lemonheads schon immer ganz schön schrammelig und ihr einziges Original-Mitglied – Sänger und Gitarrist Evan Dando – könnte durch sein. Ich beruhigte mich damit, dass die Karten immerhin nicht teuer waren und ich mir im Zweifelsfall die Zugabe sparen könnte. Natürlich war der günstige Kartenpreis auch irgendwie verdächtig.

Tatsächlich verließ ich das Konzert am Ende leicht schockiert. Was für ein Fake. Niemand kann mir erzählen, dass Evan Dando zum 20-Jährigen von It’s A Shame About Ray einfach ein bisschen Spaß haben wollte. Eine missglückte Marketingidee war das. Vielleicht die letzte Gelegenheit, um noch mal ein bisschen Geld zu machen. Dabei sah es zunächst gar nicht schlecht aus. Die Setlist stimmte und die ersten drei, vier Songs fiel die schier gewaltige Demotivation Dandos gar nicht auf. Gerade als ich dachte, dass mich nur seine im Geschrammel untergehende Stimme ein wenig stört, verschwand die Band, und nur Dando betrat wieder die Bühne und legte einen Solo-Part mit Akustik-Gitarre ein.

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Rosinenpicker Pt.1 – mit Guided By Voices, First Aid Kid und The Magnetic Fields

So sehr ich die Kunst auch liebe und eine ausgeprägte Schwäche für gutes Design und schöne Bilder habe, ist es doch die Musik, die mich entscheidend prägt. Wahrscheinlich geht es euch ähnlich, berührt Musik doch viel intensiver und macht das Leben erst perfekt wie der Soundtrack den Film. Deshalb war es mir immer wichtig, nie den Anschluss zu verlieren, immer wieder neue Songs zu entdecken und den Soundtrack an mein Leben anzupassen. Nur so kann ich auch die alten Hits immer wieder lieben und aufleben lassen. Ich habe mir geschworen, nie in die Situation zu kommen, in der ich keinen Platz mehr für neue Musik habe. In der es schwierig bis unmöglich wird, nach neuen Stimmungsmachern zu suchen. Zugegeben, ich lese im Gegensatz zu früher keine oder nur noch in Ausnahmefällen Musikzeitschriften, weshalb ich aktuelle Veröffentlichungen schon mal verpasse. Aber über lang oder kurz erreichen mich die Perlen doch noch in regelmäßigen Abständen.

So soll es bleiben. Dafür steht auch diese neue Rubrik, die ich “Rosinenpicker” taufe. Einmal im Monat stelle ich euch meine meist gehörten Songs der letzten Tage vor. Es sind die Rosinen aus dem Studentenfutter (auf den Rest verzichte ich gerne). Hier kommt der erste Part von Rosinenpicker. Und wenn ihr keine Rosinen mögt, denkt an Schokolade oder Cupcakes.

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Hibernation/Winterschlaf mit Youth Lagoon

(c) Lefse Records

Manchmal ist es so kalt da draußen, dass man sich am liebsten unter der Bettdecke verkriechen und wie ein Murmeltier Winterschlaf halten möchte. Die mit Abstand beste Musik dafür stammt derzeit von Trevor Powers alias Youth Lagoon. Sein Debüt-Album “The Year of Hibernation” brauchte ziemlich lange, um bei mir anzukommen (ich meine die Versanddauer von einem Monat!), aber das Warten hat sich gelohnt: Die verträumt-mystischen Dreampop-Melodien aus leicht knarzigem Piano und Glockenspiel begleiten mich gerade überall: Beim Winterspaziergang durch die Schanze, beim langsamen Einschlafen und Aufwachen im Auto …

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Happy Birthday Patti Smith

“Just Kids – die Geschichte einer Freundschaft” von Patti Smith, erschienen bei KiWi

Zum 65. Geburtstag von Patti Smith (* 30.12.1946) gibt’s heute meine Lieblingszitate aus ihrem Buch “Just Kids – Die Geschichte einer Freundschaft”. Viermal habe ich dieses Jahr eine bestimmte Zeile umkreist. Und gute Vorsätze hin oder her, ich nehme daraus etwas mit.

„Ich (…) achtete darauf, mir nichts anzueignen, das mir nicht wirklich zustand.“
„Ich vertraue dir, ich vertraue mir selbst.“
„Mein Hemd war etwas zerknittert, aber warum sollte es ihm besser gehen als mir.“
„Richard Sohl (…) war aber so unkompliziert, wie es nur wirklich selbstsichere Musiker sind, die mit ihren Kenntnissen nicht protzen müssen.“

Wer jetzt noch Lust auf einen Song von Patti hat, der kann sich hier “Gloria” anhören – das Stück ist 1975 auf ihrer ersten LP “Horses” erschienen. Ein paar frühe und besonders schöne Aufnahmen von Patti stammen von der Fotografin Judy Linn. Ich wünsch euch was!


Ein Blick auf Lisa Hannigan

Foto: James Minchin

Die irische Musikerin Lisa Hannigan verdient gleich aus mehreren Gründen ein bisschen Aufmerksamkeit. Zunächst einmal wäre da ihr neues Album Passenger. Passend zur ungemütlichen Jahreszeit sind die langsamen, folkigen Stücke perfekt für ruhige Abende, an denen man bewusst nachdenken, reflektieren und neue Pläne ausbrühten mag. Dann wären da noch ihre zweifellos starken Live-Qualitäten mit ihrer Mandoline, die sie erst kürzlich für die kanadische Performance-Plattform Southern Souls unter Beweis stellte. Um euch zu überzeugen, schaut euch das Straßenvideo zum Titelsong “Passenger” an.

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Sophie Hunger schreibt für die Zeit!

(c) Tapete Records

Schon fast zwei Wochen tourt Sophie Hunger mit der afrikanischen Band Tinariwen durch die USA und darf darüber auf Zeit Online berichten. Ich habe die Reihe “Post von Sophie Hunger” eben erst entdeckt, aber man kann ja alle Artikel nachlesen und wie es scheint, folgt auch in den nächsten zwei Wochen weitere Post vom Leben und Sterben Amerikas – und die ist absolut lesenswert!

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Er hat es sich nicht oft genug angehört!

Foto: Theresa Senk

Mir ist gerade Folgendes unter die Nase gekommen: “(…) eine neue Ryan-Adams-Platte war einfach kein Ereignis mehr, sondern im Gegenteil manchmal schon fast lästig. Dabei hätten die allermeisten davon, mit Ausnahme der wirklich total unausgegorenen Platten “Demolition” und “Love Is Hell Vol. 1+2″, erhöhte Aufmerksamkeit verdient gehabt.” Geschrieben hat das der FAZ-Autor Edo Reents im Zusammenhang mit Ryan Adams aktuellen Album “Ashes & Fire”. Meine erste Reaktion: Fassungslosigkeit! Das ist immer der Punkt, an dem man die Information besser sacken lassen und sich später dazu äußern sollte. Durchtränkt von Emotionalität fällt das Widerwort sonst zu großspurig, sarkastisch oder einfach nur übertrieben aus. Man könnte sich stattdessen ja auch einfach sagen “Was soll’s? Wen interessiert’s? Das ist doch bloß eine Meinung”. Ich wollte trotzdem kommentieren, wurde aber vertröstet mit “Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden”. Das Kommentar-Zeitfenster ist bei der FAZ ziemlich schmal, so hat es auch nur ein Kommentar unter den Artikel geschafft.

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1990s made me like them

Foto: Theresa Senk

Ich mochte die 1990s auf Anhieb. Ihr erstes Album „Cookies“ (2007) ist mir 2009 in Manchester bei Piccadilly Records in die Hände gefallen. Es gehört zu diesen Alben, die ich des Covers und des Namens wegen gekauft habe – und ich wurde nicht enttäuscht. Schon der Einstiegssong „You Made Me Like It“ ließ mein Gute-Laune-Barometer bis zum Anschlag steigen. Ich wollte sofort tanzen, aufs Trampolin steigen oder einfach nur lossprinten – soviel Energie setzten die 1990s frei! Binnen von Tagen hat „Cookies“ bei mir „Cult Status“ erreicht (so heißt auch die dritte Nummer).

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