Vitra-Abstecher im Dreiländereck

Fotos: Theresa Senk

“Design kann aus einem kleinen grauen Leben kein großes, helles, buntes machen – das kann nur der Mensch, der dieses Leben lebt”, sagte einmal George Nelson, einer der frühen Vitra-Designer. Damit ist klar: Wer unglücklich ist, den wird auch Design nicht glücklich machen, genauso wenig wie Kunst, Literatur und Musik. Wer aber das helle, bunte Leben umarmt, kann Vitra in der Regel etwas abgewinnen. Hier geht es nämlich um die kleinen Details, die das Leben schön machen.

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Ein Stück von Kenneth Grange: Type75 Mini

Foto: Theresa Senk

Kenneth Grange ist eine ziemlich große Nummer im Produktdesign, als 83-Jähriger aber nicht besonders gut vernetzt. Ein übersichtliches Profil sucht man vergebens. Keine Home. Nichts. Außer Wiki und Pressemitteilungen. Braucht er auch nicht mehr. Seine Entwürfe sind weltbekannt. Er hat die Silhouetten der 1970er Kodak-Kameras entworfen und die Londoner Taxi-Cabs re-designt. Mehr Beispiele sind wahrscheinlich nicht nötig, um seine Reichweite aufzuzeigen. Aber Moment, da wäre noch diese kleine weiße feine Tischlampe von Anglepoise.

Type75 Mini ist ihr Name und es ist ein riesen Zufall, dass sie bei mir gelandet ist. Fab sei Dank hat sie mich nicht viel gekostet. Und jetzt bewundere ich sie jeden Tag. Ihre Eleganz. Ihre Beweglichkeit. Diese perfekte Mischung aus auffällig und zurückhaltend. Und wenn sie ihren Kopf zu mir dreht, sieht sie auch noch aus wie eine animierte Pixar-Lampe. Was für immer, würd ich sagen.


schön & ehrlich. heißt die neue Perle

Fotos: Theresa Senk

“Wie hast du uns gefunden?”, fragt mich Indra von schön & ehrlich. Ich weiß es nicht mehr, muss ich gestehen, bis wir irgendwann gemeinsam darauf kommen, dass ich sie über Rike von bastisRike entdeckt haben muss. Rike gehört nämlich zu den Kleinunternehmen mit Produkten “made in Germany”, die Indra und Christina für ihren erst wenige Tage alten Shop ausgewählt haben.

Da ist sie also, die neue Hamburger Perle für den Bereich Living und Papeterie. Entstanden aus einem Herzenswunsch beim Zusammensitzen auf dem Balkon im Sommer 2010: “Ein Laden mit Liebe zum Detail und Designern, die man liebt! Wie cool wäre es, sowas selbst zu machen?”, schildern die Gründerinnen Christina und Indra ihre bis heute anhaltene Euphorie. Über drei Jahre haben sie als Grafikdesigner in der selben Agentur gearbeitet. Irgendwann trennten sich die beruflichen Wege, der private Kontakt blieb und mit ihr die Idee für schön & ehrlich.

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Ein Paar für immer: Dose & Schneidebrett

Fotos: Theresa Senk

Seit wenigen Tagen habe ich einen neuen Mitbewohner in der Küche: das Schneidebrett nennt sich “Vintage Leaf” und soll der gleichnamigen Dose von Rex International Gesellschaft leisten. Richtig, das Ganze war eine Verkupplungsaktion, und sie hat funktioniert! Der Dose und dem Schneidebrett war sofort klar, dass sie perfekt zueinander passen. Nicht, dass dieses kleine Ereignis Relevanz hätte, aber ich bin mir sicher, das ist was für immer – für die beiden und für mich!


Krisenmedizin: The Joy of Ex Foundation

(c) The Joy of Ex Foundation, London 2012

Ich habe keinen Zweifel daran: „Everything is a good idea at 2am“. Weg mit dem Klischee, dass sich nächtliche Ideen bei Tageslicht als langweilig, utopisch oder schon dagewesen herausstellen. Ich hielt es zu später Stunde für eine gute Idee, was über Sally von The Joy of Ex Foundation zu schreiben.

Sally Beerworth will Menschen mit Word Art zum Lächeln bringen. Erst recht jene, bei denen sich Mr Right endgültig zu Mr Very Wrong entwickelt hat. Sally ist keine Feministin, und sie hat auch nichts gegen glückliche Paare, aber sie weiß, dass viele Beziehungen mit Trauschein nicht automatisch in ein Meer immer wiederkehrender Liebe und Glückseligkeit münden. So ereilte auch sie vor ein paar Jahren die krisenhafte Scheidung.

Sally, was hat das in dir ausgelöst?
Meine Scheidung brachte mich auf die Idee, anderen Leuten zu helfen, die genau wie ich gerade eine Trennung oder ähnliche Krisen durchleiden. Ich hatte zwar einen guten Job (in der Werbebranche) und verständnisvolle Freunde, aber ich fühlte mich trotzdem sehr niedergeschlagen – das Lachen fiel mir schwer, und ich aß viel zu viel Kuchen. Um die Scheidung zu verarbeiten, schrieb ich einen Roman, über den ich schließlich meinen Humor entdeckte. Seit dem weiß ich, Humor ist der einzige Weg, einer Krise zu entrinnen. Mir gefällt auch der Glaube, dass nach einer harten Zeit immer etwas Schönes kommt.

Wie kam es dann zur Gründung von The Joy of Ex Foundation?
Ich habe mit einer kleinen Facebook-Seite angefangen, die immer größer wurde und irgendwann fingen die Leute an mich zu fragen, ob ich Ihnen die lustigen Sprüche, die ich poste, verkaufen könnte.

Was glaubst du, warum die Leute deine Zitate mögen?
Ich denke, weil sie echt sind. Ich habe mir nie einen Spruch ausgedacht, also bringen sie dich ganz natürlich zum Lachen – das übertrumpft den besten Wein.

Kannst du von deinem Label leben?
Ich habe Folgendes herausgefunden: Wenn du das tust, was du liebt, wird das Geld folgen.

Woran arbeitest du gerade?
Wir haben vor kurzem unsere beidseitig bedruckten Kissenhüllen “Mr Right/Mr Very Wrong” zum Valentinstag, und das Geschirrhandtuch „Proud to Lick Bowls“ zum Muttertag herausgebracht. Daneben schreibe ich gerade an einem Buch über die Geschichte von The Joy of Ex Foundation.

Gibt es Autoren oder Künstler, die dich richtig begeistern?
Mich fasziniert der Geist des Genies. Tracey Emin und John Lennon machen mich sprachlos – das ist ein rares Phänomen.

Worauf freust du dich, wenn du an die nächsten Tage denkst?
Mit Familie und Freunden an einem Tisch zu sitzen und zu lachen. Und auf guten Wein …

GIVEAWAY: Bei mir liegt schon Post aus London! Die liebe Sally hat mir zu meiner Überraschung ein kleines Giveaway für die “WAS für immer”-Leser geschickt. Es besteht aus einer Tragetasche, einem Geschirrhandtuch und einer Postkarte. Wer es haben möchte, schreibt einfach einen Kommentar direkt unter diesen Beitrag!


LYS Vintage – über skandinavische Neuauflagen und unechte Tierpräparate

Fotos: Theresa Senk

Letzte Woche habe ich LYS Vintage einen Besuch abgestattet und komme nun dazu, meine schönen Eindrücke zu teilen. LYS Vintage ist ein Einrichtungsspezialist für skandinavisches Design. Den Schwerpunkt bilden sowohl antike Möbel aus den 1950er und 1960er Jahren als auch an Klassiker angelehnte Neuentwürfe nordeuropäischer Jungdesigner.

Und worum geht es wirklich? „Um gutes Design für jedermann“, erklärt LYS-Chefin Simone Sauvigny ihre Motivation. Nach zehn Jahren in der Werbebranche und einen Urlaub in Skandinavien war die Idee plötzlich da – und der Wunsch nach Selbständigkeit sowieso. Besonders angetan haben es ihr die berühmten Stühle von Hans Wegner – sie sind zwar nicht im Laden zu haben (da sehr gefragt und teuer, und somit nicht für jedermann), aber sie sind eine Art Maßstab für die feine Auswahl der Marken. Mit dabei ist zum Beispiel HAY.

Die große graue Sofalandschaft, die aussieht wie ein Einbaumöbel, hätte ich am liebsten mitgenommen – ein Sofa zum Rumlümmeln mit ausgestreckten Beinen und Armen ist doch einfach ein Traum! Schön sind aber auch die Neuauflagen der überwiegend weißen Lampen. LYS Vintage profitiert davon, dass durch die schier endlose Nachfrage viele Originalentwürfe wieder in Produktion gehen. Containerware wird übrigens strikt abgelehnt.

Und was kann Simone empfehlen? Sie zeigt auf einen Vogel, der aussieht wie ein Tierpräparat, aber keine Sorge, das sind keine echten Federn, nur erstaunlich gut verarbeitete Textilreste von Abigail Brown. Noch mehr Exemplare könnt ihr euch in Abigails Galerie anschauen … das ist doch mal eine nette Ablenkung von den letzten Weihnachtsvorbereitungen.


Was für immer: die gute alte Patchworkdecke

Tracey Emin: Hotel International & Tracey Emin in bed, lying under Hotel International, with Jay Jopling at the Gramercy Hotel, New York, 1993, (c) Steve Brown / Courtesy White Cube

Es ist erst ein paar Tage her, da erzählte mir eine Kollegin von ihrer wundervollen Weihnachtsgeschenkidee: eine Patchworkdecke aus bedruckten Stoffen und kleinen Applikationen. Da fiel mir wieder ein, was für ein großer Fan ich davon bin! Spätestens, als ich 2009 im Tate-Museum die mit Buchstaben applizierte Patchworkdecke der britischen Künstlerin Tracey Emin begutachten konnte, war mir das klar. Sofort sprudelten die Ideen für ein eigenes Exemplar, aber da ich mir bis heute keine Nähmaschine zugelegt habe, ist daraus nie etwas geworden. Das macht aber gar nichts. Manche Ideen müssen eben so lange im Kopf bleiben, bis man nicht mehr anders kann, als sie umzusetzen. Wann immer das sein wird – ich freue mich jetzt schon darauf! Und bis dahin schaue ich mir einfach immer wieder die Tracey Emin-Postkarte an (rechtes Motiv), die passenderweise meine Schlafzimmertür ziert.


NOI – kein Weg dran vorbei

Fotos: Theresa Senk

Viel zu früh stand ich bei NOI auf der Matte. Der Laden öffnet nämlich wie die meisten Schanzen-Schätze erst um 11 Uhr, hat dafür aber bis 20 Uhr geöffnet. Reingekommen bin ich trotzdem, Geschäftsführerin Janne war zum Umdekorieren schon früher da. Ich war bestimmt schon drei, vier mal hier, habe aber noch nie zugeschlagen – bis mir ein hübsch bedrucktes Portemonnaie nicht mehr aus dem Kopf ging. Heute ist also der glorreiche Tag, an dem ich meine schwarze Opa-Börse endlich ausgetauscht habe und mich an der Kasse wieder wie ein Mädchen fühlen darf! Bei NOI könnte man – wenn man denn wollte – natürlich noch mehr schöne Dinge für zuhause oder unterwegs finden. Unter den „home & fashion“-Accessoires gefallen mir am meisten die kleine Auswahl an Schiebermützen und die bunt bedruckten Pendelleuchten im hinteren Verkaufsraum, den ich beim ersten Besuch doch glatt übersehen habe.

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Der Kampf gegen die nackten Wände

Foto: Theresa Senk

Wieder ein schönes Mittel gegen nackte Wände! Man kriegt zwar nicht wirklich viel Papier unter, aber dafür habe ich diesen Zeitschriftenhalter auch nicht vorgesehen. Mir ging es um eine langfristige Wanddeko, die sich problemlos in den Raum integriert – ohne Kitsch und Tatütata. Meine Augen hatten die große nackte Fläche zwischen Tür und Gardine einfach satt. Ich wollte ihnen etwas Gutes tun und als Printfan meine Zeitschriften zum Einsatz bringen. Magazin-Cover allein sind manchmal schon ziemlich dekorativ, aber meistens versinken sie ja doch im Stapel … Gefunden habe ich den Klettband-Halter bei Dawanda. Er hat sogar eine selbstklebende Rückseite, aber bei Raufasertapete hält das natürlich nicht. Mit einem Griff zu Schraube und Bohrer ist das Problem aber fix gelöst. Jetzt fehlt nur noch ein zweiter Ständer, der meiner Stapelwirtschaft zumindest ein vorzeitiges Ende setzt.


Mit Essen spielt man nicht?

Fotos: Theresa Senk

Ich bin kein großer Fan vom typischen Stillleben für die Küche, sie sind mir oft zu dunkel und schwer oder vom Motiv her zu langweilig. Und eine Schale mit frischem Obst braucht man meiner Meinung nach auch nicht als Bild, sondern in natura. Nackte Wände sind aber ebenfalls nicht mein Ding, und so habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie man Obst außerhalb der Obstschale inszenieren kann. Auf den Bildern könnt ihr das Ergebnis sehen.

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Foto Garderobe

Fotos: Theresa Senk

Ich bin ja immer für Sachen, die man ohnehin braucht, und die dazu noch hübsch anzuschauen sind. Eine dekorative Garderobe ist aber gar nicht so leicht zu haben. Ich bin weder im Baumarkt, noch im Netz oder Deko-Laden wirklich fündig geworden. Gut, ganz stimmt das nicht, denn bei connox.de bin ich zumindest auf ein schönes Exemplar von Vitra gestoßen: die “Hang it all” Garderobe – mittlerweile ein “Design-Klassiker” wie im Beschreibungstext steht. Das Ding hat mich definitiv erobert, aber sagen wir es mal so, 221 Euro für eine Jackenablage war mir dann doch zu viel, und immerhin kann ich das bunte Stück in einer meiner liebsten Mittagspause-Absteigen bewundern.

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