Krisenmedizin: The Joy of Ex Foundation

(c) The Joy of Ex Foundation, London 2012

Ich habe keinen Zweifel daran: „Everything is a good idea at 2am“. Weg mit dem Klischee, dass sich nächtliche Ideen bei Tageslicht als langweilig, utopisch oder schon dagewesen herausstellen. Ich hielt es zu später Stunde für eine gute Idee, was über Sally von The Joy of Ex Foundation zu schreiben.

Sally Beerworth will Menschen mit Word Art zum Lächeln bringen. Erst recht jene, bei denen sich Mr Right endgültig zu Mr Very Wrong entwickelt hat. Sally ist keine Feministin, und sie hat auch nichts gegen glückliche Paare, aber sie weiß, dass viele Beziehungen mit Trauschein nicht automatisch in ein Meer immer wiederkehrender Liebe und Glückseligkeit münden. So ereilte auch sie vor ein paar Jahren die krisenhafte Scheidung.

Sally, was hat das in dir ausgelöst?
Meine Scheidung brachte mich auf die Idee, anderen Leuten zu helfen, die genau wie ich gerade eine Trennung oder ähnliche Krisen durchleiden. Ich hatte zwar einen guten Job (in der Werbebranche) und verständnisvolle Freunde, aber ich fühlte mich trotzdem sehr niedergeschlagen – das Lachen fiel mir schwer, und ich aß viel zu viel Kuchen. Um die Scheidung zu verarbeiten, schrieb ich einen Roman, über den ich schließlich meinen Humor entdeckte. Seit dem weiß ich, Humor ist der einzige Weg, einer Krise zu entrinnen. Mir gefällt auch der Glaube, dass nach einer harten Zeit immer etwas Schönes kommt.

Wie kam es dann zur Gründung von The Joy of Ex Foundation?
Ich habe mit einer kleinen Facebook-Seite angefangen, die immer größer wurde und irgendwann fingen die Leute an mich zu fragen, ob ich Ihnen die lustigen Sprüche, die ich poste, verkaufen könnte.

Was glaubst du, warum die Leute deine Zitate mögen?
Ich denke, weil sie echt sind. Ich habe mir nie einen Spruch ausgedacht, also bringen sie dich ganz natürlich zum Lachen – das übertrumpft den besten Wein.

Kannst du von deinem Label leben?
Ich habe Folgendes herausgefunden: Wenn du das tust, was du liebt, wird das Geld folgen.

Woran arbeitest du gerade?
Wir haben vor kurzem unsere beidseitig bedruckten Kissenhüllen “Mr Right/Mr Very Wrong” zum Valentinstag, und das Geschirrhandtuch „Proud to Lick Bowls“ zum Muttertag herausgebracht. Daneben schreibe ich gerade an einem Buch über die Geschichte von The Joy of Ex Foundation.

Gibt es Autoren oder Künstler, die dich richtig begeistern?
Mich fasziniert der Geist des Genies. Tracey Emin und John Lennon machen mich sprachlos – das ist ein rares Phänomen.

Worauf freust du dich, wenn du an die nächsten Tage denkst?
Mit Familie und Freunden an einem Tisch zu sitzen und zu lachen. Und auf guten Wein …

GIVEAWAY: Bei mir liegt schon Post aus London! Die liebe Sally hat mir zu meiner Überraschung ein kleines Giveaway für die “WAS für immer”-Leser geschickt. Es besteht aus einer Tragetasche, einem Geschirrhandtuch und einer Postkarte. Wer es haben möchte, schreibt einfach einen Kommentar direkt unter diesen Beitrag!


Grüße aus Rom: Marlene Hausegger und das Resultat ihrer kaputten Tastatur

“Zebra togehter with Romana Rust” von Marlene Hausegger, 2007

Mir gefällt die Kunst von Marlene Hausegger. Peinliche Hobby-Kunst sieht anders aus. Das dachte ich schon, bevor ich wusste, dass Marlene brav Beaux Arts studiert hat. Mir gefallen die Farben, der Witz und der Mut zur Dimension, denn Marlenes Kunst tobt sich aus im öffentlichen Raum und ist im Moment ihrer Existenz nicht zu übersehen. Ich habe nichts dagegen, dass die Abbildungen ihrer Arbeiten durchaus dekorativ und damit für mein Wohnzimmer geeignet sind. Manchmal nervt mich diese Art von Intellektualität, die vergisst, wie stark Humor sein kann, und die meint, Kunst sei langweilig oder gehöre in die IKEA-Abteilung, sobald sie irgendetwas Schönes an sich hat. Die Kunst hat sich nicht dazu verpflichtet, allein auf hässliche und provokante Weise dem Anspruch der überversierten Rezipienten gerecht werden, sie darf auch Spaß machen, und kann dabei trotzdem Impulse geben.

Entdeckt habe ich Marlene Hausegger über die neue art-Serie Starter. Endlich werden noch ganz junge Künstler vorgestellt! Weil ich Marlenes Arbeiten sofort etwas abgewinnen konnte, wollte ich mehr über sie wissen und stellte ein paar Fragen. Ihre Antworten flogen heute in Form von Bildern in mein Postfach – eine charmante Art zu antworten, wie ich finde. Ein bisschen Rätselraten darf ruhig sein, lassen wir die Bilder so stehen.

Marlene, wie bist du zur Kunst gekommen? Den Rest des Beitrags lesen »


Follow

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.